02.02.2014

Album Review | MAYAN - Antagonise

(c) Nuclear Blast Records
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Veröffentlichung: 31. Januar 2014
Genre: Symphonic Death Metal

"Boah ey", denk ich mir nach zwei Songs. Dieses Album ist wie eine Bombe, nämlich schwer verdaulich. Melodien, Orchester, Growls und Aggressivität, die sich mitten in mein Hirn festgesetzt haben, da nicht mehr rauswollen und mich auf schönste Art und Weise heimsuchen. Das dürfte wohl erklären, warum das Review nicht gleich am Erscheinungsdatum oder eben ein Tag danach hier aufgetaucht ist. Weil es einfach unmöglich ist, "Antagonise" nach nur einem Durchgang zu bewerten. Allerdings war mir schon nach einem Song klar, dass ich MaYaN mag und ich diese CD haben muss.
Ich weiß nicht, woran es liegt. Ach, stimmt, doch: Das hier ist abwechslungsreicher Symphonic Death Metal mit progressivem Einschlag in einer virtuoser, brutaler und gleichzeitig epischer und dramatischen Art und Weise. Das ist mir bis jetzt noch nie so rasant passiert, jede meiner Lieblingsbands hat ihre Zeit gebraucht. Aber wir alle wissen, dass ich auf Extremes stehe und eine Schwäche für Modern Metal-Kreationen habe. Wir sind im Jahr 2014 und das find ich verdammt nochmal toll.

Es gibt viele Aspekte, die MaYaN zu einer einzigartigen Band machen. Sie kombinieren Orchester, klassischen Gesang und Chöre mit Death Metal und Growls. Und weil das nicht genug ist, haben sie einen cleanen Power Metal-Sänger und progressive Riffs und Melodien. Nun, alles Mögliche in einen Topf zu schmeißen und dann zu gucken, wie die Suppe schmeckt, sollte ja keine Herausforderung sein. Diese Band allerdings hat einen entscheidenden Vorteil: Hier ist Mark Jansen am Werk. Und er hat Laura Macrì, den renommierten Opern-Sopran aus Italien, ins Bott geholt. Das muss doch einfach gut klingen, oder? Ganz genau. Wenn man sich mal an den Stil gewöhnt hat.
Die niederländisch-deutsch-italienische Formation hat durchaus sehr extreme Songs auf diese Platte gepackt, die sich mit aktuellen Themen wie unter anderem Spionage im Internet und die NSA beschäftigt. Allerdings haben wir bei MaYaN keine Spur von Überladenheit. Man hat nie das Gefühl, dass die Musiker unbedingt alles auf 4 Minuten packen müssen, denn reine Instrumentalparts oder gesprochene Passagen sind hier an der Tagesordnung. Das Orchester unterstützt und steht nicht im Vordergrund und die Sängerin beherrscht ihr Handwerk und geht einem nicht ständig auf die Nerven mit protzigen Tönen über dem f''. Jeder einzelne Song ist ein Meisterwerk in sich und doch fließen die Tracks ineinander und ergeben eine klare Linie. Hier verschmelzen Tempowechsel, dramatischer Soprangesang, tiefe Growls und Texte, die der Regierung gehörig einen Arschtritt verpassen, zu einer musikalischen Symbiose, wie ich sie bis jetzt nicht gehört habe.

In den meisten Fällen scheitern Experimente solcher Art. Nicht jeder ist fähig, Dramatik und Brutalität zu vereinen. Allerdings muss man sich wirklich an "Antagonise" gewöhnen. Das Schöne ist: Es geht eigentlich ziemlich schnell. Und dadurch, dass die Songs komplex aufgebaut und verhältnismäßig lang sind, hat man auch eine Zeit lang etwas von diesem Album.

"Antagonise" hat "Hydra" gerade glatt in den Allerwertesten getreten. Liebe Holländer, hört bitte auf, uns mit so toller Musik zu bescheren. Das tut meinem Geldbeutel nicht gut ...

Wertung: 9/10
Highlights: Burn Your Witches, Faceless Spies

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